Schnarchen und Schlafapnoe
Unser Schlaf ist lebensnotwendig. Ausgeschlafen fühlen wir uns wohl und leistungsfähig.

Wenn wir schlecht geschlafen haben wirkt sich dieser Zustand auf alle unsere Lebensbereiche negativ aus. Guter Schlaf ist eine wichtige Voraussetzung für die Gesundheit, geistige und körperliche Leistungsfähigkeit.

Eine gesunder Schlaf zeigt festgelegte wechselnde Schlafphasen vom Leichtschlaf über den Tiefschlaf zum Traumschlaf. Mehr als 10% der Bevölkerung leiden unter Schlaf-, Wach-Störungen, die dringend behandlungsbedürftig sind, davon sind allein 800.000 Schlafapnoepatienten. Nur ein Bruchteil dieser Störungen wird diagnostiziert.

Was ist Schnarchen?
Bei normaler Atmung steigt die Luft ungehindert durch die Nase, vorbei an den weichen Strukturen des Rachenraumes. Im Wachzustand halten verschiedenste Muskeln diese oberen Atemwege offen. Während des Schlafs nimmt der Muskeltonus ab, aber beim gesunden bleibt der Atemweg offen. Wenn während des Schlafes die muskuläre Spannung (Muskeltonus) des Gewebes weiterhin abnimmt, kommt es zu einer Verengung des Rachenraums. Die benötigte Luftmenge wird mit größerer Geschwindigkeit angesaugt. Durch Vibration der erschlafften Rachenmuskulatur entsteht das Schnarchgeräusch. Die Einengung des Rachenraumes kann begünstigt werden durch große Rachenmandeln, einen langen weichen Gaumen und durch ein langes, vergrößertes Zäpfchen. Ebenso kann die Einlagerung von Fettgewebe (bei Übergewicht) zu dieser Atemwegsverengung beitragen.

Schnarchen wird vom Partner in der Regel als störend empfunden. Schnarchen ist weit verbreitet und nimmt mit dem Alter deutlich zu:
30-jährige: 10 % der Männer und 5 % der Frauen schnarchen
60-jährige: 60 % der Männer und 40 % der Frauen schnarchen
Schnarchen kann harmlos sein aber es kann auch eine Gesundheitsgefährdung bedeuten:
Wenn es beim Schnarchen zusätzlich zu Atemstillständen kommt, kann eine ernst zu nehmende Erkrankung vorliegen, die die Lebenserwartung um Jahre verkürzen kann.

Was ist Schlafapnoe?
Der Begriff Apnoe bedeutet Atemstillstand.
Extrem lautes und unregelmäßiges Schnarchen ist in der Regel ein erster Hinweis auf eine obstruktive Schlafapnoe, eine potentiell lebensbedrohliche Erkrankung, die bei 5 % der Bevölkerung auftritt. Obstruktive Schlafapnoe ist ein "krankmachendes Schnarchen", das durch zeitweilige Atemstillstände gekennzeichnet ist. Diese Atempausen entstehen durch völligen Verschluss der oberen Atemwege: Ursache ist die Erschlaffung der Rachenmuskulatur im Schlaf. Bei obstruktiver Schlafapnoe kommt es zu Atemstillständen, die 10 Sekunden und länger andauern und sich in einer einzigen Nacht hundertfach wiederholen können.

Während dieser Atemstillstände wird die Sauerstoffzufuhr zum Gehirn erheblich eingeschränkt. Die Atempausen werden im Gehirn des Schlafenden registriert und durch eine Weckreaktion überwunden. Diese Weckreaktionen sind lebenswichtig und bewahren vor dem Ersticken. Allerdings wird dadurch der Schlaf selbst gestört, weil ein Übergang von einem tiefen Schlafstadium in einen nur oberflächlichen Schlaf stattfindet. Die Betroffenen können sich am nächsten Morgen nicht an die zahlreichen Weckreaktionen erinnern, da sie nur sehr kurz sind. Aber die Schlafqualität der Patienten ist erheblich gestört.

Die obstruktive Schlafapnoe bringt erhebliche gesundheitliche Risiken mit sich:

Bluthochdruck, nächtliche Herzrhythmusstörungen, erhöhtes Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko, Depressionen. Patienten mit ausgeprägter, unbehandelter Schlafapnoe haben eine deutlich herabgesetzte Lebenserwartung.

Welche Symptome deuten auf Schlafapnoe hin?
Das Leitsymptom der obstruktiven Schlafapnoe ist die Tagesmüdigkeit.
Nächtliches Schwitzen, unruhiges Schlafen und nächtlicher Harndrang können auftreten.
Die Betroffenen klagen über nächtliches "Herzrasen", Beklemmungsgefühl, Erstickungsangst.
Konzentrationsstörungen und ständige Müdigkeit mindern die Leistungsfähigkeit.
Wenn Sie eines der obigen Symptome aufweisen kann eine hausärztliche Untersuchung mit anschließender Diagnostik bei einem Schlafmediziner Klärung bringen.

Zahnärztliche Therapie
Die zurzeit effektivste und sicherste Behandlung der schlafbezogenen Atmungsstörungen ist die nasale Überdruckbeatmung (nCPAP = nasal continuous positive airway pressure). Der Patient trägt während des Schlafes eine Atemmaske und ist über einen Schlauch mit einem Gerät zur Überdruckbeatmung verbunden.

Bei entsprechender Indikation ist es möglich, mittels Zahnschienen aus durchsichtigem Kunststoff, die nachts im Mund getragen werden, die Einengung (Schnarchen)oder sogar zum zeitweiligen Verschluss (Apnoe) der Atemwege zu verhindern. Diese modernen Schienen erreichen eine hohe Effektivität, wirken in über 95 % gegen das Schnarchen und sind auch bei leicht- bis mittelgradiger Schlafapnoe einsetzbar. Somit kann eine Therapie ohne die Unannehmlichkeiten der Atemmaske erfolgen!